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Freitag, 23. Juni 2017

Die Schule ist (fast) zu Ende – Teil 2







Die Schule ist (fast) zu Ende – Teil 2
Am Samstag, den 17. Juni, haben wir den Jungen und Mädchen vom Lyzeum St. Augustin die Zeugnisse überreicht. Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen, die Klassenbesten jeweils mit einem Stipendium zu belohnen, das es ihnen garantiert, dass sie sich kostenlos für das kommende Schuljahr einschreiben können.
Am Sonntag haben wir hingegen das Schuljahr in der Vorschule St. Martha, der Alphabetisierungsschule und der Grundschule „Isidore Bakanjia“ abgeschlossen. Und eine Flut von Menschen war da! Es waren fast 1250 Schüler, und außerdem waren die Eltern da, von denen einige sehr stolz auf den Erfolg ihrer Kinder waren. Den 15 besten Schülern einer jeden Klasse haben wir je ein Obstbäumchen geschenkt, und sie hatten die Aufgabe, es am Ende des Schuljahres zusammen mit ihren Eltern zur Erinnerung einzupflanzen.
Am Dienstag haben die „Großen“ unseres Lyzeums St. Augustin die schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Es sind 17 Schüler, und sie sind sehr aufgeregt. Die Prüfungen sind nur schriftlich und dauern vier Tage. Die Kopien werden dann nach Bangui geschickt, wo sie korrigiert werden, und in drei bis vier Wochen werden die Ergebnisse im Radio verkündet.
Aber am Sonntag ist noch etwas Schönes geschehen: Unser Chor hat den ersten Preis im Chorwettbewerb unserer Diözese gewonnen!
Am Donnerstag habe ich mich auf den Weg in Richtung Bocaranga gemacht. Die Straße ist immer schlimm, und sie verschlechtert sich durch die Regenfälle immer weiter. Um 125 Kilometer zurückzulegen, braucht man mehr als drei Stunden.
Ich habe dort die Kapuzinerpatres und die Schwestern getroffen. Am 2. Februar hatte die Stadt einen sehr gewalttätigen Angriff erlitten und erholt sich nur mit Mühe. Leider ist die Unsicherheit groß. In einer Entfernung von wenigen Kilometern sind ca. 200 Bewaffnete, ehemalige Seleka-Rebellen, eingetroffen. Und trotz der Abkommen, die in diesen Tagen in Rom unterzeichnet wurden, gibt es nur sehr wenig Hoffnung, dass die Waffenruhe wirksam werden wird. In Bocaranga haben wir mit der Hilfe einiger europäischer Caritasverbände, vor allem von Cordaid, die Schulen der Stadt unterstützen können, indem wir Unterrichtsmaterial für mehr als 5.000 Kinder verteilt haben. Wir lassen 400 Schulbänke anfertigen, die wir zu Beginn des neuen Schuljahres verteilen werden, und seit März unterstützen wir die Lehrer mit einem kleinen monatlichen Beitrag.



c'è anche qualche bocciato...
pas admise...








Inizia la Maturità
commencement du BAC

Il ritorno della Corale
le retour de la Chorale



I banchi per le scuole
les table-bacs pour les écoles



Freitag, 16. Juni 2017

Die Schule ist (fast) zu Ende. Teil 1





Die Schule ist (fast) zu Ende. Teil 1
Mit dem Monat Juni geht auch in der Zentralafrikanischen Republik das Schuljahr zu Ende. Und hier in Bozoum in der Missionsstation ist es ein großes Fest für die mehr als 1.550 Kinder, die unsere Schulen besuchen: die Vorschule St. Martha (150 Kinder), die Grundschule „Isidore Bakanjia“ (850 Schüler), die Alphabetisierungsschule (130 Kinder), die Mittelschule und das Lyzeum (250). Nicht zu vergessen auch das Waisenzentrum „Arc en Ciel“ („Regenbogen“) mit 200 Kindern von 4 bis 14 Jahren.
In dieser Woche gab es die Lehrerkonferenzen, und wir sind mit den Lehrern sehr damit beschäftigt, die Zeugnisse vorzubereiten.
Am heutigen Freitag haben wir das Schuljahr im Waisenzentrum abgeschlossen. Unter der Leitung von Schwester Christine haben sich die Kinder in Gesängen, Sketchen und Tänzen ausgetobt.
Morgen Vormittag überreichen wir den Jungen und Mädchen von St. Augustin (Mittelschule und Lyzeum) die Zeugnisse, und die besten Schüler jeder Klasse werden mit einem Stipendium belohnt, das der CCVM (Club Direttori Vendita e Marketing) der Provinz von Cuneo (Italien) zur Verfügung gestellt hat.
Bis nächste Woche! Dann folgt die Fortsetzung!

Ospite di passaggio in alta uniforme












Freitag, 9. Juni 2017

Flüchtlinge, Häuser und Schulen

 


Flüchtlinge, Häuser und Schulen
Als die Caritas-Sitzung in Bangui zu Ende war, bin ich am Samstagmorgen um 5 Uhr mit dem Generalvikar der Diözese Bouar, Abbé Mirek, von der Hauptstadt aufgebrochen.
Ich habe in Baoro angehalten, wo ich die Gemeinschaft getroffen und mich vor allem von Pater Lionello verabschiedet habe, der in den nächsten Tagen endgültig (wie es im Moment aussieht) nach Italien zurückkehrt, nachdem er fünf Jahre lang in der Mission tätig war. Am Nachmittag habe ich die Fahrt fortgesetzt und bin über Bouar gefahren, um dann abends nach fast 600 Kilometern Bozoum zu erreichen. Sonntag war das große Pfingstfest, an dem wir uns an das Geschenk des Heiligen Geistes erinnern, der die Apostel überwältigt und sie auf die Straßen der Welt schickt, damit sie das Evangelium Christi verkünden.
Am Montagmorgen bin ich noch einmal nach Bouar aufgebrochen, um dort die Gemeinschaften von St. Elias und La Yolé zu treffen und mit ihnen die Arbeit an der Ausbildung der jungen Ordensleute zu überprüfen.
In diesen Tagen sind die Nachrichten über die Zentralafrikanische Republik weiterhin besorgniserregend. Gestern Nachmittag ist eine Gruppe Bewaffneter in Ndim eingedrungen (ca. 170 km von Bozoum entfernt) und hat rund einhundert Kühe gestohlen, darunter auch die der Schwesterngemeinschaft…
Ich habe soeben einen offiziellen Bericht der HCR (des Flüchtlingshochkommissariates der UN) erhalten, der am 31. Mai die folgenden Zahlen angibt: 484.028 Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht sind (Fachbegriff: „Binnenflüchtlinge“) und 503.600 ins Ausland geflohene Menschen… Das ergibt zusammen 987.628 Menschen, die auf der Flucht sind, und das bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 4 Millionen! Ein Viertel der Bevölkerung ist auf der Flucht!
Zum Abschluss noch ein paar schöne Nachrichten: Diese Woche gab es die Abiturprüfungen, und die Jugendlichen unseres Lycée St.Augustin haben tolle Ergebnisse erzielt: 24 von 25 sind weitergekommen! Und unsere Schüler nehmen die ersten 22 Plätze unter denjenigen ein, die bei den Prüfungen am besten abgeschnitten haben.
Wir haben auch die ersten 14 Häuser für die Armen fertiggestellt, die mit der Hilfe von Cordaid, der niederländischen Caritas, erbaut wurden. Nachdem diese Häuser fertig sind, werden wir 16-18 weitere bauen, die es alten Menschen, Witwen und Opfern der Seleka oder der Antibalaka ermöglichen werden, eine würdige Behausung zu haben.












p.Lionello

Freitag, 2. Juni 2017

Von einem Monat zum anderen





Von einem Monat zum anderen
Endlich zuhause! Die ersten Tage in Bozoum waren ziemlich intensiv. Da ist die Pfarrei mit ihrem Rhythmus und ihren Aufgaben (wir sind dabei, die Jahresabschlussprüfungen des Katechismusunterrichtes abzuhalten), und es laufen verschiedene Projekte, besonders mit der Caritas, außerdem geht das Schuljahr zu Ende, und so weiter und so weiter...
Am Mittwoch ( 31. Mai) sind wir auf einen Hügel gestiegen, der Bozoum überragt und auf dem ein Gestell mit einer Madonnenstatue steht, die über die Stadt wacht. Wir waren sehr viele, die hinaufgestiegen sind (vor allem weibliche Gläubige…), um die Stadt der heiligen Jungfrau zu weihen und sie unter ihren Schutz zu stellen. Ich habe die Stadt mit einer Statue der Madonna von Loreto gesegnet, die mir Freunde aus Italien vor einigen Wochen geschenkt hatten. Wir sind vom Hügel herabgestiegen und unten, am Anfang eines der Stadtviertel von Bozoum, habe ich angehalten, um Madeleine zu begrüßen, eine alte Frau, die blind ist. Ich habe ihr die Gaben dagelassen, die die Gläubigen bei der Kollekte gegeben hatten, und unser Gebet wurde ein bisschen wie das von Maria, die schnell aufbrach, um ihre Cousine Elisabeth zu besuchen.
Die Situation des Landes wird immer besorgniserregender. Während es in der Hauptstadt Bangui relativ ruhig ist, sind mehr als 60 Prozent des Landes unter der Kontrolle von Rebellen der verschiedenen Splittergruppen der Seleka, und andere sind unter der Kontrolle der Antibalaka. Die Regierung beschränkt sich auf die Hauptstadt, während der Rest des Landes niemanden zu interessieren scheint. In unserer Zone gab es in verschiedenen Städten Angriffe ( in Niem, Ndim, Bocaranga), und die Zukunft ist sehr ungewiss. Die Blauhelme schaffen es nicht (oder wollen es vielleicht nicht?), den Gewalttaten Einhalt zu gebieten und die Zivilbevölkerung wirksam zu schützen, obwohl sie selbst einige Soldaten verloren haben, die Opfer von Angriffen geworden sind.
Auch aus diesem Grund bin ich am Donnerstag nach Bangui gefahren, um an einer großen Sitzung der Caritas teilzunehmen. Außer Kardinal Nzapalainga, dem Erzbischof von Bangui, sind auch andere Bischöfe und Sekretäre der verschiedenen Diözesen anwesend. Weitere Teilnehmer sind aus dem Kongo und Italien angereist (von Caritas Internationalis), um uns dabei zu helfen, entschiedener dem Land dabei zu helfen, sich wieder auf den Weg zu machen, um den Armen und den Leidenden näher zu sein und um den Notleidenden besser zu helfen – und dies im Namen Christi zu tun, offen für jeden Bruder und jede Schwester - ohne Unterschied. Wie ER es getan hat.










Riunione Caritas a Bamgui
Réunion Caritas à Bangui